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NÄCHSTE BESTANDSAUFNAHME I

mein herz lebt in der vergangenheit.

am liebsten würde ich die zeit zurückdrehen um zwei jahre und ... mit dir glücklich sein. sonst nichts. mein einziger wunsch.

hätte ich gewusst, dass das so lange dauert, hätt´ ich dich nicht gehen lassen, hätt´ich um dich gekämpft. mit allen mitteln !

aber ich hab´mich doch so egoistisch gefühlt!

 "ich glaube nicht, dass ich ohne dich leben kann !" hab´ ich dir geschrieben und meinte es so ernst, so ernst, wie mir jeden tag und vor allem jede nacht auf´s neue bewusst wird. seit viel zu langer zeit schon.

von dir kam zurück: "natürlich kommst du ohne mich klar."

NEIN mirko, das ist und bleibt ein irrtum !

aber ja, klar, ich hab mich ja egoistisch gefühlt. hab´gedacht, ich hab schon genug angerichtet und wenn du sagst ohne mich geht es dir besser, dann muss ich damit leben. nur ... was ist DAS für ein leben ?

 

19.12.10 23:55


REALITÄT

sind die illusionen,

die mich nicht

loslassen.

svende merian

2.9.10 17:12


... wenn ich sternschnuppen sehe, wünsche ich mir einen neuanfang mit dir ...

 

nur das.

 

(genau genommen muss ich dafür aber keine sternschnuppen sehen)

25.8.10 00:33


KOPFBILDER: LÖSCHEN

 

ich kann das nicht glauben:

wer liest eigentlich diese herzscheiße hier ? *HÄH ???*

http://www.youtube.com/watch?v=uiiPayNjf4Q

ich sitze hier, heulend vor verzweiflung. versuche bilder hochzuladen von der planschwiese, unserem ersten zufluchtsort, der kellerbar in der tucholskystraße, vom herbstlaub am monbijou-ufer, der kneipe mit den zombies in gläsern, den vielen vielen parkbänken...

aber mal ehrlich:

dieses blog ist doch soooooo sinnlos...

 

morgen werd´ ich es löschen und stattdessen mit dem rauchen anfangen ;-)

 

23.8.10 23:34


ERINNERUNG AN MOMENTE MIT DIR KOSTBAR UND RAR WIE DIAMANTEN AUS EIS

 

 verzweifeltes herumirren -

ohne gemeinsames nest -

"aber ich bin doch so...prüde" sagst du -

trotzdem knutschen wir in kneipen weiter wenn es da draußen zu kalt ist

24.6.10 17:46


"im übrigen ist die liebe ein unheilbares

leiden wie jene krankheitsveranlagungen,

bei denen rheumatische anfälle nur kurze

zeit ruhe geben, um migränen platz zu

machen, die schließlich einen geradezu

epileptoiden charakter erhalten."

marcel proust

17.3.10 12:22


ichhabmichimgrüngestreiftenfotografiert

wasistbloßlosmitmir???

:-*

8.3.10 17:28


SO VIELE VERSCHIEDENE THEMEN (SCHEINBAR)

ich versuch endlich mal rauszufinden was am mp3player noch zu retten ist.

also hab ich nach langer zeit mal wieder den schreibgeschützten klappentext gelesen und...

das hätt´ ich nicht tun sollen, klar.

anderes thema:

weißt du denn nicht, dass smilies normalerweise mit "klammer-zu" enden ? ein stern gehört da nicht hin! in deinem fall zumindest. in unserem fall.

absicht?

du verwirrst mich.

8.3.10 00:22


BLACKOUT

fast hätt´ ich das passwort zu meinem webblog vergessen...

 ich finde das ist ein unheimlich gutes zeichen !  ;-)

 

(es wird überflüssig)

3.3.10 13:27


DANN FRAG ICH NICHT MEHR

gefragt hab´ ich immer gern:

wie geht´s dir da ?

und was machst du dort ?

es war mir wichtig. die fragen und die antworten.

lange sollte ich das fragen lassen. bemerken sollte ich es selbst: ich bekam keine antworten mehr ... und: "danke für dein langes schweigen. ich glaube zu wissen, wieviel kraft dich..." (nein, ich denke ... wirklich: nein, das wusstest du NICHT !)

ich ließ also das fragen sein.

viele tage zuerst, lange wochen, ewige monate lang...

jetzt frage ich wieder manchmal, weil du willst und weil wir denken, vieles sei jetzt anders:

was machst du inzwischen da-und-da und wie ging es dir mit dem-und-dem? wie lebst du ? UND: geht es dir gut ???

mir liegt daran.

"wirkönnenwunderbarmiteinanderreden"

 was meintest du nur damit ?

es kommen ja doch keine antworten. von dir.

und doch fehlt mir das(s wir wunderbar miteinander (reden) können). NOCH.

wie lange noch ?

           bald werde ich nicht mehr fragen. und zufriedener sein. nicht mehr warten. abschließen.

verinnerlichen, was ich vor einem jahr schon wusste. mich nicht mehr enttäuschen lassen.

versteck´ dich nicht, liebster ! meine geduld ist ein seidener faden.

 

dann werden neue

lieben kommen.                                                            (die erfahrung

zumindest sagt sowas.

auch wenn ich ihr bisher nur

ungläubig gegenüber stehen

kann. sie meint zu wissen.)

und damit neue kontinuitäten. <- was fehlte und was ich brauche. sicherheit. gehalten zu werden.

DU.    du hälst mich nicht mehr lang.

UND DANN FRAG ICH NIE MEHR

18.2.10 23:41


LASS UNS EINEN NEUEN ANFANG MACHEN !

mirko !!! du schreibst das ("...tut mir leid, dass dich das immer noch so mitnimmt..." ) so, als hättest du mich nach einer abrupten und totalen trennung ganz schnell vergessen. du schreibst das so, als ob alles okay wäre, außer dass ich dich leider immer noch liebe... ich habe das ganze letzte jahr damit zugebracht, mir und meinem umfeld einzureden, ich würde ernsthaft versuchen von dir loszukommen, dich zu vergessen, aus meinem leben zu schieben. ich hab mich monatelang nur so im unglücksstrom dahintreiben lassen und wenn ich die kraft hatte dagegen anzurudern, war ich nie stark genug, kam allenfalls ein leises: "ich will wieder zu leben lernen..." um wieder im strom zu landen. um die letzte chance meinen abschluß nicht nochmal zu vermasseln und ner menge anderer ausflüchte hab ich stillgehalten.

nach der saufnacht ging´s mir tatsächlich gut, so gut wie schon lange nicht mehr, das war kein gelabber. natürlich hab ich mich trotzdem in den schlaf geweint, manchmal, aber die sehnsucht nach dir war zum ersten mal erträglich. sie war nicht mehr so quälend, hat nicht mehr so an mir gerissen, dass ich dachte, ich müsse meinen verstand verlieren. und ich musste meine tränen nicht mehr verstecken. ich hatte zum ersten mal überhaupt ernsthaft die hoffnung, dass ich den liebeskummer irgendwann packen könnte... ich hab mich monatelang tag für tag gezwungen dich in ruhe zu lassen, deine entscheidung zu respektieren, hatte schuldgefühle, wollte das es dir gut geht, wollte dass du nie mehr im leben eine frau triffst, die dich verletzt...

weißt du was ich jetzt davon habe, dass ich mir gewünscht hab, dich zu sehen, um mir ein "realistisches" bild jenseits aller traumwelten zu machen ? dass ich mal wieder realisiert hab, dass du die hauptrolle in meinem leben spielst ! ! !

aber das weiß ich doch jetzt echt schon ne ganze weile ! ich könnte seitenlange listen darüber schreiben, was ich an dir liebe. ich liebe deine augen, besonders wenn sie lachen, deine hände, die grübchen darin und die an den ellbogen auch ... ich liebe es von dir auf´s bett gedrückt zu werden "bändige mich, bändige mich, bezähme meine wildheit !" ich liebe deine perfekt geschwungenen augenbrauen, deinen mund ...du weißt das alles. und ich weiß was gegen uns spricht !

was spricht denn eigentlich gegen uns? mein idiotisches verhalten vor einem jahr und in den monaten davor ist wirklich durch nichts zu toppen, das ist mir vollkommen klar.

ich dachte, ich verrecke vor schmerzen vor einem jahr! vielleicht hätte ich ohne die schmerzen die kraft gehabt zu sagen: da steht das glück vor mir! eine chance, die ich sicherlich kein zweites mal haben werde. und dann hätte ich gesagt: "weißt du, mirko, es ist ja nett, dass du mich zu nichts zwingen willst, aber ich glaube so ne offene beziehung is´ nix für uns. das lassen wir lieber, mit dem unverbindlich-auf-uns-zukommen-lassen. wir machen lieber mal zukunftspläne!"

nein, nein, ich werfe dir jetzt nicht vor, du hättest mich zu meinem glück zwingen sollen ;-) (...nur ein bißchen bändigung vielleicht)

gegen uns spricht, dass du mir unterstellst, ich könne nicht monogam leben, obwohl ich die überwiegende zeit meines lebens immer nur eine bezugsperson hatte, auf die ich fixiert war. egal in welcher art von beziehung. so ticke ich. dass ich es anders leben wollte ist ein schöner versuch gewesen. schon irgendwie auch ne sinnvolle emanzipatorische idee, klar. aber nicht das was mich ausmacht. schon gar nicht repräsentativ für meine vergangenen liebesbeziehungen. ausserdem ist doch der springende punkt, dass monogam sein nicht vom "können", sondern vom "wollen" abhängt. monogam lebende menschen werden auch mal (sogar (oder: erstrecht) auch in langjährigen beziehungen, hab ich mir sagen lassen) von einer neuen verliebtheit überrumpelt. dagegen ist keine_r immun.

ob eine beziehung hält, hängt nicht davon ab, wieviele spannende menschen sonst noch um dich und mich rumspringen, sondern wie eine beziehung geführt wird. wie wir miteinander umgehen. ob wir uns zeit nehmen für einander, oder uns neben dem alltagstrott irgendwann links liegen lassen. und ob wir miteinander reden.

nach deinem ersten trennungsversuch, hab ich gesagt, mir ist es viel lieber monogam zu leben, als ohne dich, denn ohne dich geht´s nicht. das war ernst gemeint. du hast dagegen gehalten: "du wirst scheitern!" hattest sogar recht. ja, ich war ganz schön unten...! vor anderthalb jahren -ungefähr-, hab ich dir mal geschrieben, dass mir die gefühle für dich NIEMAND nehmen kann und ich es vielleicht deshalb auch aushalte dich ganz lange nicht zu sehen. das letzte jahr, dieses widerliche jahr 2009, hat gezeigt, dass ich es nicht aushalte! sondern dass das leben ohne dich ein von-tag-zu-tag-stolpern ist. ohne sinn und nur mit dem einen ziel: wieder bei dir zu sein! seit einem jahr vegetiere ich so vor mich hin, mache einfach weiter, obwohl es gar nicht mehr weiter geht!

du hast gesagt, du kannst nicht (schon wieder) in einer beziehung leben, in der es dir schlecht geht. jetzt sprichst du von sozialer isolation. der winter deprimiert dich. du sagst, du willst nicht nur rumjammern. wie ich dich kenne machst du frustkäufe ohne sinn. aber manchmal macht dir das leben sogar spaß - immerhin. ich mach mir ja nur so meine gedanken. ich hab mir doch sooooo für dich gewünscht, dass es dir gut geht! ! ! geht es dir gut, mirko? ich wäre zufrieden, wenn es dir gut geht.

und weiterhin spricht gegen uns, dass ich nicht da bin, wenn es dir schlecht geht, weil ich einmal später als erwartet nach hause kam und das andere mal ... (hättest du mich gesehen, in der nacht, als ich aus der notaufnahme kam ... dann, glaube ich, hättest du mir das nicht vorgeworfen. das kann man nicht erzählen ... !)

und dann noch eine handvoll ideologischer banalitäten.

... ja und ? ! ?

du bist trotzdem mein protagonist !

du bist derjenige, der mich stolz macht, wenn wir zusammen unterwegs sind. ich will mit dir angeschaut werden und sie sollen alle denken: "so ein schönes paar!" das war teil meines glücksgefühls, immer wenn ich mit dir war ! 

du warst der erste und einzige, der aus mir herauskitzeln konnte, was ich jahrelang vor mir selbst und aller welt verleugnet habe: meinen kinderwunsch !

ich geb´ dir alle sicherheiten, die du willst und brauchst, mirko, wenn ich nur wieder bei dir sein kann !

ich stell´ mich schonmal darauf ein, dass du das hier nicht beantworten wirst. ist das jetzt wieder ne projektion oder einfach ein erfahrungswert ??? (mich hat es immer endlos genervt, wenn mir typen so hinterhergelaufen sind, wie ich gerade versuche dir hinterherzulaufen, deshalb projektion. ausserdem hab ich mir mal geschworen nie zur stalkerin zu werden. die liebe zu dir hat mich dabei auf die bisher härteste probe gestellt! dieses zwanghafte: "laß ihn in ruhe!"

... es ist einfach meine verrücktheit ! aber ernstgemeint-verrückt ! was ich jetzt monatelang zurückgehalten hab. es ist mir egal:

laß uns einen neuen anfang machen, liebster !

deine trine, die dich liebt


10.2.10 19:44


[...]

wie es mir geht ? beschissen. ich wünsch´ mir eine warme frühlingssonne, die mir die depressionen auftaut. sehnsucht hab´ ich. sehnsucht nach deinem lachen, deinem jammern und ... wie du riechst. sehnsucht nach deiner weichen haut, den grübchen auf deinen händen und ellenbogen, deinen augen, ja, deinem lang schon gestorbenen blick durchbohrender zärtlichkeit. doch aus welchem grund hätte der auch überleben sollen ?

 ich laufe, ich weine, tausend bilder im kopf. laufe, weine, schlittere mit verschleiertem blick weiter. schritt. für. schritt.

 wünsche mir jetzt auf dem dicken unebenen eis auszurutschen und tot zu sein 

3.2.10 22:43


ÜBRIGENS: VERTRAUE NIE EINEM WEBBLOG !

das webblog ist ein magisches wesen. je transparenter es scheint, die alte plaudertasche, desto schneller liegste auf der fresse und kannst noch nicht mal ne beule ausmachen, so dünn war die glaswand, an der du abgeprallt bist...
1.2.10 19:39


DANKE FÜR DEN TIP !

 "die ganze welt da draussen ist voll von schönen jungen männern, die wir uns pflücken können, wie reife pflaumen!"

danke für den tip, sexismus funktioniert übrigens auch andersrum. deine coolen sprüche bin ich gewohnt, der war mir, für die feministin, für die du dich hälst, zu cool !

im übrigen, du wirst es nie verstehen, das brauchst du auch nicht:  ich nehme gern die vergammelten pflaumen, auch das fallobst, um in deinem vergleich zu bleiben, oder, ebenfalls mit deinen worten ausgedrückt:                                    deine abgelegte wäsche.

         ich nehm´das zu ernst ? ach was ...

http://www.lookism.info

http://ecards.orf.at/koertner/134562.html

ich hab nur keine lust mir so´n blödsinn anzuhören !

nicht nur weil es die verletzt, sondern weil es mich, meine gefühle, mein verlangen in frage stellt. und damit mich verletzt.

16.1.10 16:42


SOBREVIVIR oder DER TAGTRAUM ALS TÄGLICH BROT

"...ob ich mich dann nicht als künstlerin sehe, oder gerade deswegen ... doch ?" ist die frage.

die antwort ist leicht. und schwer.

"oh nein, was ich mache kann man doch nicht als kunst bezeichnen!" wäre die abwehrende antwort aus zwei unterschiedlichen möglichen gründen: fehlendes selbstwertgefühl und übersteigerte eitelkeit.

als nächstes die frage, was denn kunst eigentlich ist. wo sind die grenzen ? oder sind die übergänge fließend ? denn es ist ja so: wir hatten dada, wir hatten punk. wir leben im informationszeitalter. bekannt ist alles. bekannt ist immer auch das "anti" dazu.

 weder aus mangelndem selbstwertgefühl, noch aus eitelkeit beantworte ich die frage mit "weiß´nich´", sondern weil es bisher keine notwendigkeit gab, mir diese frage überhaupt zu stellen (bis sie mir gestellt wurde).

ich schreibe, weil es mir zu eng ist.   ...in mir zu eng wäre, würde ich nicht schreiben. ich führe eine sehr intensive beziehung. da muss von zeit zu zeit etwas abstand her. denn ich selbst bin diejenige, die mich in die enge treibt. ich führe eine beziehung. mit meinem traummann. in gedanken (das war jetzt alles nicht schwer zu erraten ;-))

 wenn ich rad fahre, fährt er neben mir her. wenn ich zeitung lese, weiß ich was ihn aufregen würde und darüber diskutieren wir dann manchmal. oder wir machen witze darüber, sofern wir uns einig sind, denn zynismus entspannt. wenn ich vokabeln lerne, achtet er auf meine aussprache. wenn ich einkaufen gehe, erinnern wir uns gegenseitig an den inhalt der nie geschriebenen einkaufsliste. wenn ich auf ein konzert gehe, hält er mich im arm oder mir den rücken frei von fremden ellbogen. er ist immer mit dabei. 

und wenn jemand in mein leben eintauchen möchte, gegen dessen tollkühnen kopfsprung an und für sich rein gar nichts einzuwenden wäre, sage ich zu ihm, während ich dem sprungbereiten abwehrend den ausgestreckten arm hinschiebe: 

"...aber ´offene beziehung´ wollt´ ich doch gar nicht mehr...!"

daraufhin sieht er mich lieb an, weitet den blick dabei ein wenig, auf diese ganz spezielle, nur ihm eigene art und sagt:

"du bist solo, liebes. schon lange!"

und ich sage ganz erschrocken: "NEIN!"

doch damit hat er mich schon in die realität katapultiert und mein "nein" ist nicht mehr, als die unsanfte landung.

seht ihr jetzt wie eng es in mir ist und warum die frage nach "kunst" keine rolle spielt ?

ich muss schreiben... manche nennen sowas übertrieben, verrückt, schizophren. manche nennen es psychose.

ich nenne es überleben. 

 

13.1.10 19:20


WAS BLOGGERINNEN WISSEN

"künstler wissen, was sie nicht wollen.

aber wehe sie wissen, was sie wollen!"

(verfasser_in (mir) nicht bekannt)

 

blogerinnen wissen, was ihre sehnsucht antreibt.

aber wehe sie bekommen wonach sie sich sehnen ;-)

13.1.10 14:28


DER KARTON AN DER KASSE TEIL I

 an der supermarktkasse stand eine frau und langweilte sich ganz schrecklich in der langen warteschlange. sie wollte nur noch raus. denn der supermarkt war einer dieser riesigen kaufhallen, mit  grellem weißen licht, regalen soweit das auge reicht, sowohl in länge und breite, als auch in die höhe und so gesehen prädestiniert zum verlaufen und nicht finden, was man braucht, stattdessen sonderangebote en más, die kaum eine_r braucht. (es war kaum auszuhalten.)

 als die frau in der warteschlange bis kurz vor das kassenband vorgerückt war, entdeckte sie dort, wo sonst der stapel zurückgegebener einkauskörbchen steht, einen karton, der offenbar mit informationsmaterial befüllt war. er war schon fast leer und das wenige bedruckte papier darin flog chaotisch durcheinander. die frau sah sich die zettel genauer an und da entdeckte sie, dass es sich um einen ausführlichen und liebevoll gestalteten nachruf handelte, der auf diesem wege (und aus unerfindlichen gründen) der öffentlichkeit zur verfügung gestellt wurde. die frau war wie versteinert. die familie, die ihre trauer hier allen zugänglich machte, die mit vollen einkaufswägen dem konsumwahn fröhnten, wäre um ein haar die familie der frau geworden und die tochter, be-zie-hungs-wei-se schwester, um die hier getrauert wurde, wäre sehr vielleicht oder sehr wahrscheinlich die schwägerinder frau geworden, denn die pläne waren groß, aber auch sehr zerbrechlich gewesen ...

 traurig und gedankenverloren wühlte die frau noch ein wenig am boden des fast leeren kartons herum, als sie zu ihrem großen erstaunen zusammengeknülltes papier entdeckte und bei genauerem hinsehen, war darauf eine handschrift zu erkennen, die ihr einerseits sehr vertraut, andererseits auf diesen zetteln sehr wirr und krakelig ausgefallen war.

 die frau musste sich sehr beeilen all das zerknüllte papier aus dem karton aufzulesen, denn nun ging es auf einmal sehr rasch voran in der kassenschlange.

 manchmal verändert sich aber auch die wahrnehmung zum beispiel von zeit bei einem menschen, wenn etwas unglaubliches, unvorhersehbares oder großartiges passiert. besonders wenn der mensch dies nicht einzuordnen weiß und gar nicht recht weiß, wie ihm geschieht. so war es auch bei der frau: sie hatte notizen "ihres mannes" entdeckt und sie wußte noch nicht, ob das gut oder schlecht für sie war. andererseits: viel schlechter konnte es für sie auch nicht mehr werden, denn sie war ja schon so lange getrennt von "ihrem mann"

3.1.10 20:17


DER KARTON AN DER KASSE TEIL II

 als die frau bezahlt hatte, (ganz benommen war sie dabei gewesen und hatte überhaupt nicht verstanden, warum der kassierer den roten anstatt des grünen scheins verlangte,) fummelte sie hektisch das zerknüllte papier auseinander. viele der zerknitterten papierbögen waren mit dieser wohlbekannten, wenn auch zitternden unleserlichen schrift beschrieben und so kam sie nicht umhin, sich ein ruhigeres plätzchen zu suchen, fernab vom gewimmel an den supermarktkassen. ohne genau zu wissen wie, fand sie sich inden leicht abgedunkelten räumen eines nahezu leeren cafés wieder, wo sie die verbleibenden papierkugeln auffaltete und zu lesen begann. es gelang ihr nur schwer, denn die schrift war nicht nur unleserlich, es war auch vieles durchgestrichen und an anderer stelle neu oder so ähnlich wieder einzugefügt. zuguterletzt erschwerten zahlreiche wasserflecken auf dem papier und die schlechte beleuchtung im café das lesen. sie stand auch unter zeitdruck, weil ihr wieder eingefallen war, dass sie nicht allein in den supermarkt gekommen war. sie hatte sich nur schneller davon entmutigen lassen, dass man in dem riesigen laden ewig und letztenendes womöglich vergeblich danach suchte, was man sich zu kaufen vorgenommen hatte und war früher als ihre freunde zur kasse gegangen. angesichts der tatsache, dass sie dort lange gewartet hatte, war es also gut möglich, dass ihre freunde inzwischen auch in einer solchen schlange standen und bald nach ihr suchen würden, denn als treffpunkt war natürlich nicht das café, sondern das schneetreiben direkt vor den toren des konsumtempels vereinbart worden. und das auf den wunsch der frau hin, sie hatte nämlich darauf bestanden ausserhalb des grellen lichts und der stickigen luft aus tausend gerüchen und gestänken zu warten. nach ihrem aussergewöhnlichen fund aber, war sie so durcheinander, dass sie den weg zum ausgang vergessen hatte. und nun entzifferte sie also mit bis zum hals klopfenden herzen, was "ihr mann" für zu unwichtig befunden hatte, um es aufzubewahren.

  vieles stand auf den zetteln über sie und ihn, die zeit in der sie unglücklich gewesen waren und die zeit in der sie endlich glücklich miteinander wurden. daran war nichts neu für die frau, nur hatte sie all das niemals so wortgewaltig von ihm erfahren. neu war für die frau nur eines und es stand ganz unten und sehr klein, dafür aber umso ausführlicher:

5.1.10 20:58


DER KARTON AN DER KASSE TEIL III

 er hatte von einem ihrer arbeitskollegen erfahren, was sie einem freund über "ihren mann" erzählt haben sollte. daraufhin habe er sich von ihr getrennt. ja, das war der wahre grund für die trennung gewesen !

 (ihr müsst nämlich wissen, dass der frau bis heute nicht vollständig klar war, warum sie getrennt waren,denn er hatte es ihr nie gesagt. sie konnte sich zwar manches denken, denn "ihr mann" hatte immer dazu geneigt sich auf vereinbarungen einzulassen, die ihm in wirklichkeit zuwiderliefen, dennoch war die trennung keine "normale trennung" gewesen, bei der einer an einem tag sagt, dass es nicht mehr geht und dann ist man ab diesem tag nicht mehr zusammen. . .)

 die frau hatte auf einmal viele fragen im kopf. sie fragte sich, was "ihr mann" mit ihrem arbeitskollegen zu tun hatte, denn sie arbeitete in einer anderen stadt. sie fragte sich, was der inhalt des berichts ihres arbeitskollegen darüber was sie über "ihren mann" erzählt haben sollte sein möge, denn erstens zählte sie sich nicht zu jenen, die unbedacht dinge erzählen, die nicht für die ohren anderer bestimmt sind und zweitens erinnerte sie sich nicht daran dem freund etwas intimes oder für "ihren mann" unangenehmes erzählt zu haben. und um irgend so etwas musste es sich ja handeln, wenn es die trennung ausgelöst haben sollte. die vielen fragezeichen, die durch ihre gedanken schwirrten bescherten der frau von einem augenblick auf den nächsten eine tatkraft, von der sie im verlauf der letzten monate nicht mal zu träumen gewagt hatte ! sie rannte aus dem konsumtempel ohne an ihre freunde zu denken, fand auch den weg gleich und schwang sich auf´s fahrrad. sie fuhr schnurstracks zu "ihrem mann". dort  

 klingelte sie sturm bis er endlich die tür öffnete. er fiel aus allen wolken. sie stürzte hinein. sie fragte ihn: "hast du dich von mir getrennt weil . . . ? !" und die worte sprudelten nur so aus ihr heraus.

8.1.10 23:57


DER KARTON AN DER KASSE TEIL IV

 sie sah ihn an. er senkte sofort den blick. sie keuchte atemlos, weil sie die antwort nicht erwarten konnte und auch, weil sie sich so beeilt hatte. aber er sagte nichts. sie zog hastig ihre jacke aus, denn sie dampfte vor schweiß und geschmolzenem schnee. er sagte noch immer nichts. sie ging unruhig auf und ab. er verschränkte die arme vor seinem körper, sah sie an und ... schüttelte langsam den kopf.

 "was heißt das ?" fragte sie, "nicht deswegen, oder dass du das nicht beantworten willst?"

 `doch nicht deswegen ?`, fragte sich die frau. "aber warun dann ?!?" rief sie aus und versuchte gegen den dicken kloß in ihrem hals anzukämpfen, der drohte ihr die stimme zu versagen. `oder möchte er darauf keine antwort geben ? mir keine antwort geben ?`

 die fragezeichen waren zurück. er sah sie stumm an. angst überrollte sie. als ob ihre synapsen eben noch zu eis erstarrt und jetzt wie junge knospen im frühling austrieben, überschlugen sich ihre gedanken: ´er weiß,dass ich die zettel habe !´, ´nein, ich könnte es auch von meinem arbeitskollegen wissen !`, `aber der weiß doch nicht, dass das der trennungsgrund gewesen sein soll !`, `also weiß er, dass ich die zettel ...`

 "ich möchte dir nur sagen..." sagte sie. "du darfst nicht denken, dass... " versuchte sie es erneut. "wir sollten vielleicht ... " sie gab es auf.

 er sah wieder zu boden. sie versuchte ruhig zu atmen. sich zu vergewissern, dass sie nichts falsch gemacht hatte. doch das war schwer. als er stumm blieb, machte die frau die tür auf und ging. ohne ein weiteres "warum?" und ohne zu zögern. sie zog die jacke an, machte das fahrrad los, `ich schiebe` dachte sie und sah in die strahlende wintersonne, die jeden unversehrt gebliebenen eiskristall aufblitzen ließ.

 ein lied fiel ihr ein. ein rap mit einem text, der sie ansprach, wie sonst keiner. sie mochte an und für sich keinen rap, hatte aber durch diesen herausgefunden, dass ihre abneigung die texte und nicht die musikform betraf. die frau bog von der kleinen seitenstraße auf die hauptverkehrsstraße ab, schob ihr rad weiter durch den knirschenden schnee und pfiff die backvocals des liedes vor sich hin. den text behielt sie in gedanken:

 

"[...] "wir haben auf sand gebaut"

sagte sie leis´

"wir hatten nie festen boden

vielleicht machte das uns´re pläne so groß

vielleicht ging es darum daneben

 

es hat uns der raum gefehlt

und auch die zeit

wir fühlten uns nie aufgehoben

auch waren die ziele womöglich zu hoch

trotzdem möcht´ ich nur mit dir leben!

 

sag dazu `ja!` und dann laß´es uns tun !

oder sag´ ´nein! nein, wirklich nicht, nein´

und ich werde es nie wieder wagen

dich solche dinge zu fragen ..."

 

 

´es ist eben so...´, dachte die frau. ´vielleicht nicht gut, aber doch besser. besser zu gehen. besser? ist es so besser? ... für mich schon, ja!´

 

denn sie hatte wieder keine antwort bekommen.

11.1.10 18:32


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