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DER KARTON AN DER KASSE TEIL II

 als die frau bezahlt hatte, (ganz benommen war sie dabei gewesen und hatte überhaupt nicht verstanden, warum der kassierer den roten anstatt des grünen scheins verlangte,) fummelte sie hektisch das zerknüllte papier auseinander. viele der zerknitterten papierbögen waren mit dieser wohlbekannten, wenn auch zitternden unleserlichen schrift beschrieben und so kam sie nicht umhin, sich ein ruhigeres plätzchen zu suchen, fernab vom gewimmel an den supermarktkassen. ohne genau zu wissen wie, fand sie sich inden leicht abgedunkelten räumen eines nahezu leeren cafés wieder, wo sie die verbleibenden papierkugeln auffaltete und zu lesen begann. es gelang ihr nur schwer, denn die schrift war nicht nur unleserlich, es war auch vieles durchgestrichen und an anderer stelle neu oder so ähnlich wieder einzugefügt. zuguterletzt erschwerten zahlreiche wasserflecken auf dem papier und die schlechte beleuchtung im café das lesen. sie stand auch unter zeitdruck, weil ihr wieder eingefallen war, dass sie nicht allein in den supermarkt gekommen war. sie hatte sich nur schneller davon entmutigen lassen, dass man in dem riesigen laden ewig und letztenendes womöglich vergeblich danach suchte, was man sich zu kaufen vorgenommen hatte und war früher als ihre freunde zur kasse gegangen. angesichts der tatsache, dass sie dort lange gewartet hatte, war es also gut möglich, dass ihre freunde inzwischen auch in einer solchen schlange standen und bald nach ihr suchen würden, denn als treffpunkt war natürlich nicht das café, sondern das schneetreiben direkt vor den toren des konsumtempels vereinbart worden. und das auf den wunsch der frau hin, sie hatte nämlich darauf bestanden ausserhalb des grellen lichts und der stickigen luft aus tausend gerüchen und gestänken zu warten. nach ihrem aussergewöhnlichen fund aber, war sie so durcheinander, dass sie den weg zum ausgang vergessen hatte. und nun entzifferte sie also mit bis zum hals klopfenden herzen, was "ihr mann" für zu unwichtig befunden hatte, um es aufzubewahren.

  vieles stand auf den zetteln über sie und ihn, die zeit in der sie unglücklich gewesen waren und die zeit in der sie endlich glücklich miteinander wurden. daran war nichts neu für die frau, nur hatte sie all das niemals so wortgewaltig von ihm erfahren. neu war für die frau nur eines und es stand ganz unten und sehr klein, dafür aber umso ausführlicher:

5.1.10 20:58


DER KARTON AN DER KASSE TEIL III

 er hatte von einem ihrer arbeitskollegen erfahren, was sie einem freund über "ihren mann" erzählt haben sollte. daraufhin habe er sich von ihr getrennt. ja, das war der wahre grund für die trennung gewesen !

 (ihr müsst nämlich wissen, dass der frau bis heute nicht vollständig klar war, warum sie getrennt waren,denn er hatte es ihr nie gesagt. sie konnte sich zwar manches denken, denn "ihr mann" hatte immer dazu geneigt sich auf vereinbarungen einzulassen, die ihm in wirklichkeit zuwiderliefen, dennoch war die trennung keine "normale trennung" gewesen, bei der einer an einem tag sagt, dass es nicht mehr geht und dann ist man ab diesem tag nicht mehr zusammen. . .)

 die frau hatte auf einmal viele fragen im kopf. sie fragte sich, was "ihr mann" mit ihrem arbeitskollegen zu tun hatte, denn sie arbeitete in einer anderen stadt. sie fragte sich, was der inhalt des berichts ihres arbeitskollegen darüber was sie über "ihren mann" erzählt haben sollte sein möge, denn erstens zählte sie sich nicht zu jenen, die unbedacht dinge erzählen, die nicht für die ohren anderer bestimmt sind und zweitens erinnerte sie sich nicht daran dem freund etwas intimes oder für "ihren mann" unangenehmes erzählt zu haben. und um irgend so etwas musste es sich ja handeln, wenn es die trennung ausgelöst haben sollte. die vielen fragezeichen, die durch ihre gedanken schwirrten bescherten der frau von einem augenblick auf den nächsten eine tatkraft, von der sie im verlauf der letzten monate nicht mal zu träumen gewagt hatte ! sie rannte aus dem konsumtempel ohne an ihre freunde zu denken, fand auch den weg gleich und schwang sich auf´s fahrrad. sie fuhr schnurstracks zu "ihrem mann". dort  

 klingelte sie sturm bis er endlich die tür öffnete. er fiel aus allen wolken. sie stürzte hinein. sie fragte ihn: "hast du dich von mir getrennt weil . . . ? !" und die worte sprudelten nur so aus ihr heraus.

8.1.10 23:57


DER KARTON AN DER KASSE TEIL IV

 sie sah ihn an. er senkte sofort den blick. sie keuchte atemlos, weil sie die antwort nicht erwarten konnte und auch, weil sie sich so beeilt hatte. aber er sagte nichts. sie zog hastig ihre jacke aus, denn sie dampfte vor schweiß und geschmolzenem schnee. er sagte noch immer nichts. sie ging unruhig auf und ab. er verschränkte die arme vor seinem körper, sah sie an und ... schüttelte langsam den kopf.

 "was heißt das ?" fragte sie, "nicht deswegen, oder dass du das nicht beantworten willst?"

 `doch nicht deswegen ?`, fragte sich die frau. "aber warun dann ?!?" rief sie aus und versuchte gegen den dicken kloß in ihrem hals anzukämpfen, der drohte ihr die stimme zu versagen. `oder möchte er darauf keine antwort geben ? mir keine antwort geben ?`

 die fragezeichen waren zurück. er sah sie stumm an. angst überrollte sie. als ob ihre synapsen eben noch zu eis erstarrt und jetzt wie junge knospen im frühling austrieben, überschlugen sich ihre gedanken: ´er weiß,dass ich die zettel habe !´, ´nein, ich könnte es auch von meinem arbeitskollegen wissen !`, `aber der weiß doch nicht, dass das der trennungsgrund gewesen sein soll !`, `also weiß er, dass ich die zettel ...`

 "ich möchte dir nur sagen..." sagte sie. "du darfst nicht denken, dass... " versuchte sie es erneut. "wir sollten vielleicht ... " sie gab es auf.

 er sah wieder zu boden. sie versuchte ruhig zu atmen. sich zu vergewissern, dass sie nichts falsch gemacht hatte. doch das war schwer. als er stumm blieb, machte die frau die tür auf und ging. ohne ein weiteres "warum?" und ohne zu zögern. sie zog die jacke an, machte das fahrrad los, `ich schiebe` dachte sie und sah in die strahlende wintersonne, die jeden unversehrt gebliebenen eiskristall aufblitzen ließ.

 ein lied fiel ihr ein. ein rap mit einem text, der sie ansprach, wie sonst keiner. sie mochte an und für sich keinen rap, hatte aber durch diesen herausgefunden, dass ihre abneigung die texte und nicht die musikform betraf. die frau bog von der kleinen seitenstraße auf die hauptverkehrsstraße ab, schob ihr rad weiter durch den knirschenden schnee und pfiff die backvocals des liedes vor sich hin. den text behielt sie in gedanken:

 

"[...] "wir haben auf sand gebaut"

sagte sie leis´

"wir hatten nie festen boden

vielleicht machte das uns´re pläne so groß

vielleicht ging es darum daneben

 

es hat uns der raum gefehlt

und auch die zeit

wir fühlten uns nie aufgehoben

auch waren die ziele womöglich zu hoch

trotzdem möcht´ ich nur mit dir leben!

 

sag dazu `ja!` und dann laß´es uns tun !

oder sag´ ´nein! nein, wirklich nicht, nein´

und ich werde es nie wieder wagen

dich solche dinge zu fragen ..."

 

 

´es ist eben so...´, dachte die frau. ´vielleicht nicht gut, aber doch besser. besser zu gehen. besser? ist es so besser? ... für mich schon, ja!´

 

denn sie hatte wieder keine antwort bekommen.

11.1.10 18:32


NIE WIEDER FRAGEN ?

"du hast mich nicht herbestellt

ich seh´ es ein

du dachtest ich sei dieser stadt, diesem land

mit allem an schatten und licht längst entfloh´n

doch reizt mich die fremde nicht

weiß ich doch nicht

wie ich so überleben soll

wo jede freude fehlt

wo jeder tag beginnt

schwer und der sorgen voll

und der gewissheit

ich hab dich verlor´n"

 

als er sie so ansah

mit traurigem blick

unfähig die dinge, die notwendig sind

um glücklich zu sein zu entscheiden

da sagte sie eindringlich mit festem blick

bereit all´die träume zu leben

die ruhelos schliefen in ihr (und auch ihm)

die jeden tag ihres lebens bestimmten:

 

"sag dazu `ja!` und dann laß´es uns tun!

oder sag ´nein! nein, wirklich nicht, nein´

und ich werde es nie wieder wagen

dich solche dinge zu fragen..."

 

"wir haben auf sand gebaut"

sagte sie leis´

"wir hatten nie festen boden

vielleicht machte das uns´re pläne so groß

vielleicht ging es darum daneben

 

es hat uns der raum gefehlt

und auch die zeit

wir fühlten uns nie aufgehoben

auch waren die ziele womöglich zu hoch

trotzdem möcht´ ich nur mit dir leben!

 

sag dazu `ja!` und dann laß´es uns tun !

oder sag ´nein! nein, wirklich nicht, nein´

und ich werde es nie wieder wagen

dich solche dinge zu fragen..."

2.1.10 13:28


SCHREIBBLOCKADE: GELÖST !

ein mittelchen gegen die traurigkeit, die ewige begleiterin, hat mir "die muse geraubt". jetzt hat es sich offensichtlich eingependelt: die verdauung funktioniert wieder wie sie soll, die schmerzen im bein drohen mich nicht mehr zu zerreissen, aufwachen nach weniger als zehn stunden schlaf fühlt sich nicht mehr an, als wäre ich in meinem eigenen körper einbetoniert vor müdigkeit, ich habe unreine haut , bringe einige kilo mehr auf die waage und habe wilde träume, aber ... ich kann wieder schreiben !

schreiben, schreiben ... ich bin nahezu beflügelt von kreativität, wenngleich auch unverändert niedergeschlagen. mal sehen, was das chemische helferlein noch so für mich bereit hält. bis jetzt ist alles im rahmen der möglichen nebenwirkungen der (durchaus ausführlichen) packungsbeilage geblieben. nur die erwünschte wirkung bleibt aus *HAHA* wohl doch ein griff in´s klo...

2.1.10 01:04


es ist schwer, mirko

ich bin zerrissen

ich möchte können

wollen

möchte wissen

es fällt mir schwer (dabei)

die wirklichkeit zu seh´n

die liebe und die ironie

dürfen nie zusammengeh´n*

 

wann sagst du mir (nochmal):

wie fühlst du dich ?

zu mir ? bei mir ?

du schreibst: "ich denke oft an dich !"

 

... und ich ???

 --------------------------------------------

*sagt plenzdorfs paula

2.12.09 01:42


WIR HATTEN ZUVIELE TRAURIGE MOMENTE UND VIEL ZU WENIG GLÜCKLICHE

...auch zu viele verzweifelte. die verzweiflung ist mir geblieben !

 

findest du, dass unsere liebe eine chance hatte, mirko ???

 

unter den umständen ?

war das eine chance ?

in all dem chaos ...

 

das ... 

 

im gespräch zwischen "ex" und "ex" sagte i. damals:

 "laß die beiden ruhig mal aufeinader los ! wirst schon sehen, wie das scheitert..."

 

... und sie behielt recht !

29.11.09 22:53


DIE GESCHICHTE VON DER GÄRTNERIN UND DEM KLEINEN VOGEL

es war einmal eine frau, die wohnte in einem haus im grünen. in ihrem haus gab es nur einen raum und der erstreckte sich von hauswand zu hauswand und vom erdboden bis in den dachgiebel. in den wänden und im dach gab es viele fenster. deshalb war es sehr hell in ihrem haus.

eines tages stand sie vor ihrem tisch, mitten in ihrem einzigen großen raum und bereitete etwas für ihre bevorstehende gartenarbeit, die sie viel zeit und mühe kostete vor, da kam ein winziger vogel angeflogen und landete unmittelbar vor ihr auf dem tisch. es war ein spatzenjunges und es hatte noch kaum federn. sein flaumkleid war sehr bunt und es sah vollkommen zerzaust aus, wie es so vor ihr saß, winzig und aufgeplustert.

der kleine vogel sagte zu der frau: "ich habe durst!"

doch die frau hatte keine zeit ihm zu trinken zu geben, denn sie musste in den garten.

ihr garten lag neben dem haus im grünen und es war ein gemüsegarten. früher hatte sie darin auch blumen gehabt. wunderschöne, duftende blumen. doch jetzt waren sie fast gänzlich verwelkt. das gemüse aber wuchs und gedieh.

es war schon später vormittag und die sonne brach hervor. heute war die frau wieder einmal zu spät dran mit dem gießen.

sie hatte viel zu tun ! gießen, jäten, hacken. zum schluß: ernten.

als sie fast fertig war, kam der kleine vogel wieder angeflogen, landete auf ihrer brust und sagte: "ich werde verdursten. bitte, gib mir zu trinken!"

mit letzter kraft hüpfte der kleine vogel auf die andere seite ihrer brust. dort hing ihr orange-rotes haar in langen strähnen herunter und er klammerte sich daran fest.

die frau beeilte sich wieder in ihr haus zu kommen, denn dem kleinen vogel ging es schlecht!

als sie wieder vor ihrem tisch stand, fiel der kleine vogel von ihrem haar auf den tisch und blieb reglos liegen.

"ich war nicht schnell genug!" dachte die frau panisch. sie betrachtete den kleinen vogel, der nun ganz nackt war. seine augen waren geschlossen, seine haut schimmerte rötlich und war ganz durchsichtig. gleichzeitig schossen ihr hilflose ratsuchende gedanken wie blitze durch den kopf und ohne zu wissen, wie ihr so schnelles handeln möglich gewesen war, hielt sie im nächsten moment eine mit kochendem wasser gefüllte pipette in der hand und ließ einen tropfen daraus auf den kopf des kleinen vogels fallen. sofort bemerkte sie ihren fehler: "das wasser ! viel zu heiß ! was tun ?"

ihre verzweiflung wuchs von sekunde zu sekunde. da sah sie in dem reglosen rötlich-durchsichtigen körper einen kleinen weißen  knoten. es war sein herz und es hatte gerade zu schlagen aufgehört. sie sah genauer hin. "sein herz...!" dachte sie. "daran kann ich erkennen, ob er noch lebt. ob er sich erholt oder ob er verdurstet ist. ob das wasser ihn gerettet hat oder ob es zu heiß war."

aber das kleine herz des vogeljungen schlug nicht mehr und ob das wasser zu heiß oder ihre hilfe zu spät gekommen war ... das hat die frau nie herausgefunden.

 

hätte der kleine vogel überlebt, hätte sie sich im nächsten jahr an noch schöneren und duftenderen blumen in ihrem garten erfreut. so aber blieb es ein gemüsegarten. einzig dazu da sie zu ernähren.

27.11.09 01:44


OHNE ANSPRUCH

...tja, anspruch oder kein anspruch, das ist hier die frage.

unkommentiert lassen kann ich den tag jedenfalls nicht. das schaff ich einfach nicht.

d.h. es folgt jetzt wiedermal genau die thematik, die du nicht ab kannst: es geht um uns und nicht um den smalltalk der äußeren lebensumstände.

ich täte also besser daran es zu lassen. genau. ich könnte dir auch einfach ganz anspruchslos nicht mehr schreiben...

das schaff´ ich auch nicht ! hätten wir nicht ein bißchen gemailt die letzten tage, hätte ich nach dem heutigen tag jedenfalls ein noch viel widerlicheres gefühl.

ich hätte doch besser gehen sollen... mensch, nich mal verabschiedet haste dich. wahrscheinlich kenn´ ich das gefühl.  so ungefähr zumindest (deshalb kann ich´s dir nicht übelnehmen). vom maifest zum beispiel. als mein herz im ganzen körper gerast hat und ich nur noch das mauseloch herbeigesehnt hab, in dem ich verschwinden kann, als du flyerverteilend direkt auf mich zukamst...  oder von den beiden kurzen treffen im/vorm laden, nach denen ich mich jedesmal erstmal heulend auf´s klo verzogen hab... heute ging es erstaunlich gut. für mich zumindest...

 

das hab ich nun davon, dass ich mir ein "realistisches" bild machen wollte. jenseits aller traumwelten, in die ich mich so gerne und intensiv flüchte.

"bitteschön, dein realistisches bild, dass du so sehr wolltest: es bestätigt die zig-tausend liebesbriefe, die in den letzten monaten geschrieben und nie verschickt wurden..."

 

durch die eine oder andere erkenntnis, die ich ja leider erst in volltrunkenem zustand gewinnen konnte, bin ich ne menge probleme losgeworden und es geht mir wirklich prächtig ! wenn ich ein problem habe, dann das:

du bist nicht bei mir !  DU BIST NICHT BEI MIR !  DU  BIST NICHT BEI MIR !

und das willst du auch nicht, ich weiß. ich könnte jetzt in das mantra verfallen, das du seit langer zeit kennst und nicht (mehr) hören willst. das in dem sms-hagel, den ich auf dein im schlafzimmer liegengelassenes handy losgelassen hab, seinen höhepunkt fand und in der quintessenz lautet:

DU bist mein traummann !  ICH LIEBE DICH ! 

n u r   d i c h ...

 

"ich will dich, mirko, und ich kann grad nicht so tun, als ob es anders wär. und ich weiß, das geht nicht."

 

das ist ein (lediglich um den namen verändertes) zitat aus ner mail, die du mir vor langer zeit geschrieben hast... ja, ich weiß, ich leb´ zu sehr in der vergangenheit. aber es ist doch echt absurd, oder ? dass ich jetzt diejenige bin, die solche sätze schreibt, bzw. dass mit deinen sätzen meine gefühle exakt beschrieben sind !

21.11.09 23:18


NACHBARINNEN

sie sagen, dass wir so vertraut und aufeinander eingespielt wirken ... und dann sind sie erschrocken, wenn ich sage, wie weit ich mich von dir entfernt fühle. ich hab doch schon soviel geweint wegen dir; nicht schon wieder ! ich werde mich demnächst verlieben. ich weiß nur noch nicht in wen ... (und natürlich glaube ich auch nicht daran) die decke riecht nach dir, riecht wie baldrianbetäubtes nicht-einschlafen-können. schon ein jahr sehne ich mich in deine arme zurück.
9.11.09 12:20


METAEBENE (?)

... wieviel projektion in den sehnsuchtsattacken der letzten monate steckte wird mir zum beispiel jetzt klar ! is´ ja nich´ so, dass ich das gar nicht gemerkt habe. irgendwie handeln die briefe in ihrer zerrissenheit ja auch davon...
 
ich hab die helfende hand gesucht, oder besser gesagt herbeigesehnt. obwohl ich wußte, dass es umso unwahrscheinlicher ist, dass die mich da rauszieht, je länger ich meine anscheinend hilflose situation aufrechterhalte. so, jetzt hab ich mich ein stück selbst rausgezogen. mal sehen...
6.11.09 15:23


SAUFEN HILFT (MANCHMAL)

mit zerbeultem hinterkopf

ausgestreckt auf weißem fliesenboden,

zwischen den beinen,

die gerade das tragen versagt haben,

die kloschüßel,

in die sich eben mein magen entleerte,

schicke ich den hilfeschrei raus, denn:

 

I-C-H K-A-N-N N-I-C-H-T M-E-H-R ! 

4.11.09 16:15


ENTBLÖSSTES UNIVERSUM

es war an einem sommertag und ich saß im garten, als du in rasanter fahrt ankamst, noch nicht einmal zeit hattest langsam in der hofeinfahrt stehenzubleiben, stattdessen direkt vor omas rabatten, sodass ich fürchtete unter die räder zu kommen.
 
"müsstest du nicht ... ? ich dachte du wärst... ?"
 
überrumpelung ließ mir die worte fehlen.
 
"ja", sagtest du, "ich sollte bei meiner mutter sein, am see, doch die farben der blumen zeigten es mir; es ist längst zeit hier zu sein, ich habe mich also beeilt !"
 
da sah ich die riesige runde zwiebelblüte in sattem violett vor mir im beet und auf einmal wusste ich, wie recht du hast ... inzwischen war ich aufgestanden und auf den stuhl gestiegen, um die bilder zu betrachten, die die kinder vom castortransport gemalt hatten. (welcher heinz die bloß wieder so ganz hoch oben aufhängen musste ? ! ?)
da wollte ich die dir auch zeigen, weshalb ich dich rief und als du bei mir warst und die arme um mich legtest, verstand ich noch nicht einmal, dass dich die bilder nicht interessierten. erst als ich von meinem gefährlich wackelnden holzstuhl zu dir heruntersah, mir deiner festen umklammerung bewusst wurde, offenbarte sich mir in deinen klaren leuchtenden braunen augen die ganze welt in ihrer erschreckenden schlichtheit.
und es war keine angst mehr da. selbst dieses immerwährende gefühl nervöser aufregung, angesichts fürchterlicher unvorhersehbarer ereignisse, war nicht mehr existent. nur tat es so schrecklich weh. es schmerzte so fürchterlich, alles zu wissen, alles zu verstehen
- ENTBLÖSSTES UNIVERSUM -
3.11.09 00:01


KEIN LIEBESKUMMER GERADE ?

vierundzwanzigster oktober, neunzehnuhrvier:

"hey du, hab grad an dich gedacht & mich gefragt wie es dir wohl so geht, kein liebesk. grade ? lg [...]"

vierundzwanzigster oktober, neunzehnuhrsechzehn:

"hallo [...], schön dassdu schreibst. kann dir die tage mal mailen. oder soll ich dir ne gewisse website verraten? da stehen antworten. letzte nacht hatte ich den vllt. schönsten mirko-traum u. entsprechend fieses aufwachen. trine"

1.11.09 19:34


SCHLAF GUT

mirko, wie kann einer, der sich monatelang nicht bei mir meldet
"schlaf gut" unter eine sms schreiben, die ich nach zwei tagen als antwort auf die völlige verzweiflung allein mit meiner nagenden sehnsucht zu sein, erhalte ?
 
warum bist du nicht fies zu mir, sodass ich endlich kapiere was dir schon lange klar zu sein scheint:
 
dass wir nicht zueinander "passen" ?
WARUM NUR ? ! ?
... stattdessen: "schlaf gut" !
30.10.09 15:36


DIE NÄCHSTEN KÖNIGINNEN

...hab sie live gesehen, "les reines prochaines"...

und dich natürlich dabei, in gedanken ... wie ich dich auch beim     "irie revoltés"-konzert die ganze zeit "neben mir"/"vor mir"/"hinter mir"/"um mich" hatte...

tagträume, die die aufwach-und einschlafphantasien ergänzen.

bleibt zu hoffen, dass sie mir dabei helfen die obligatorische winterdepression zu umgehen !

ich bin da ja nicht so zuversichtlich ...

29.10.09 11:46


29.10.09 11:38


das "tRAuMpRinZ-kApUtt-mACheN-pRojEkT"

hi mirko, du hast doch neulich mal vorgeschlagen, dass wir uns mal auf'n kaffee treffen, weißt du noch ? ist jetzt schon wieder ´ne ganze weile her und wohl bei dir schon wieder im streß untergegangen ...

ich frage mich, ob nicht inzwischen genug zeit in's land gegangen ist ... um ... uns einfach mal zu sehen (?)

ich weiß auch nicht, was ich mir genau davon verspreche. vielleicht einfach das: wenn ich einmal absehe von der großen liebe, die da war - und das war es nunmal: JA, es war "gANZ grOsses kINO", in den wenigen glücklichen momenten, die wir miteinander hatten - halte ich dich, trotz dem ganzen mist, der da abgelaufen ist und all den verletzungen, für einen der wunderbarsten menschen, den ich je getroffen habe !

ach, und schon wieder habe ich das gefühl dich zu belästigen *shit* mirko, wenn irgendwas dagegen spricht, aus deiner sicht, dass wir wieder irgendeine art von zugang zueinander finden können ... irgend ´ne art von [ich-weiß-auch-nicht]

wenn du dazu "nein" sagst, versuch´ ich all meine kraft zusammen zunehmen und dich für den rest meines lebens in ruhe zu lassen !!!

können wir nicht irgendwas zusammen versuchen ? ? ?

[das war -ausnahmsweise- mal als "echter" brief geplant, jedoch von meiner selbstkritischen seite, die immer noch gewillt ist den "stolz" zu retten, wie folgt kommentiert:]

VIEL zu emotional !

aus jedem zeilenzwischenraum ! schreit ! es ja förmlich:

"du fehlst mir ! du fehlst mir immer !

du fehlst mir ... jeden tag !!!"

es ist schon fast ein jahr so...

ER IST: [alle negativen eigenschaften]

[bei allem exibitionismus: das hab ich mal zensiert]

ICH HALTE IHN (leider, trotz allem was da oben steht [zensiert ist :-)] FÜR:

einen absoluten traummann, einen zärtlichen, einfühlsamen, aufmerksamen, fürgsorglichen mann und begnadeten liebhaber (jaja, guter sex macht süchtig ...)

ICH BIN VERRÜCKT NACH: seinen ... [muss ich jetz´ leider wieder zensieren ;-) ]

ICH MÖCHTE MEINEN MIRKO(WUNSCH)TRAUM ZERSTÖREN, INDEM WIR UNS SEHEN. UM ZU MERKEN: SO TOLL IS´DER NICH´! RAUS AUS MEINEM LEBEN ! RAUS AUS MEINEN (EROTISCHEN) TRÄUMEN !!! HAU DOCH ENDLICH AB !

[...und als ich das aufgeschrieben hatte, packte ich die essenz des obenstehenden ersten textes in trockenen abgeklärten worten in ´ne sms und *oh wunder* diesmal siegte die vernunft nicht in letzter sekunde über die verzweiflung und mirko bekam ganz real ne sms von mir ... zwei tage blieb sie unbeantwortet ...]

28.10.09 23:47


BESTANDSAUFNAHME teil VI

wir haben uns soviel verbaut, indem wir ganz unverbindlich auf uns zukommen lassen wollten, was wir eben zusammen hinkriegen und was nicht.

ich hab´ uns soviel verbaut mit dem fehler meine heißgeliebte ´offene beziehung´gegen den zwang, der ja noch nicht mal von dir ausging, durchzusetzen.

DU, du wärst der mann für´s leben gewesen.

DU, dich hätt´ ich nie verletzen dürfen !

niemals. an keiner stelle.

warum konnte ich das glück nicht einfach annehmen, als es vor mir stand ?

müssen wir uns immer, ein leben lang in´s elend, in das ewige leiden, sehnen und weinen stürzen ?

anstatt einfach mal das glück anzupacken,

es zu nehmen,wie es ist ... ?

28.10.09 02:38


BESTANDSAUFNAHME teil V

meine phantasie ist tagtäglich bestimmt von meinem leben mit dir.

unserem leben. das kann noch ewig so weitergehen. wird es auch, fürchte ich. tag für tag halte ich mir als (letzlich immer unwirksames (!)) gegengewicht vor augen, was mich alles gestört hat an dir und an unserem zusammensein.

also erträume ich mir nicht nur eine schöne heile welt der romantischen (und scheinbar wider all meiner theoretischen vorstellungen) monogamen liebe.

die schattenseiten sind alle mit bedacht !

ich will diese romantische monogame liebe.

nichts auf der welt wünsche ich mir mehr... !

 

27.10.09 12:45


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