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DIE GESCHICHTE VON DER GÄRTNERIN UND DEM KLEINEN VOGEL

es war einmal eine frau, die wohnte in einem haus im grünen. in ihrem haus gab es nur einen raum und der erstreckte sich von hauswand zu hauswand und vom erdboden bis in den dachgiebel. in den wänden und im dach gab es viele fenster. deshalb war es sehr hell in ihrem haus.

eines tages stand sie vor ihrem tisch, mitten in ihrem einzigen großen raum und bereitete etwas für ihre bevorstehende gartenarbeit, die sie viel zeit und mühe kostete vor, da kam ein winziger vogel angeflogen und landete unmittelbar vor ihr auf dem tisch. es war ein spatzenjunges und es hatte noch kaum federn. sein flaumkleid war sehr bunt und es sah vollkommen zerzaust aus, wie es so vor ihr saß, winzig und aufgeplustert.

der kleine vogel sagte zu der frau: "ich habe durst!"

doch die frau hatte keine zeit ihm zu trinken zu geben, denn sie musste in den garten.

ihr garten lag neben dem haus im grünen und es war ein gemüsegarten. früher hatte sie darin auch blumen gehabt. wunderschöne, duftende blumen. doch jetzt waren sie fast gänzlich verwelkt. das gemüse aber wuchs und gedieh.

es war schon später vormittag und die sonne brach hervor. heute war die frau wieder einmal zu spät dran mit dem gießen.

sie hatte viel zu tun ! gießen, jäten, hacken. zum schluß: ernten.

als sie fast fertig war, kam der kleine vogel wieder angeflogen, landete auf ihrer brust und sagte: "ich werde verdursten. bitte, gib mir zu trinken!"

mit letzter kraft hüpfte der kleine vogel auf die andere seite ihrer brust. dort hing ihr orange-rotes haar in langen strähnen herunter und er klammerte sich daran fest.

die frau beeilte sich wieder in ihr haus zu kommen, denn dem kleinen vogel ging es schlecht!

als sie wieder vor ihrem tisch stand, fiel der kleine vogel von ihrem haar auf den tisch und blieb reglos liegen.

"ich war nicht schnell genug!" dachte die frau panisch. sie betrachtete den kleinen vogel, der nun ganz nackt war. seine augen waren geschlossen, seine haut schimmerte rötlich und war ganz durchsichtig. gleichzeitig schossen ihr hilflose ratsuchende gedanken wie blitze durch den kopf und ohne zu wissen, wie ihr so schnelles handeln möglich gewesen war, hielt sie im nächsten moment eine mit kochendem wasser gefüllte pipette in der hand und ließ einen tropfen daraus auf den kopf des kleinen vogels fallen. sofort bemerkte sie ihren fehler: "das wasser ! viel zu heiß ! was tun ?"

ihre verzweiflung wuchs von sekunde zu sekunde. da sah sie in dem reglosen rötlich-durchsichtigen körper einen kleinen weißen  knoten. es war sein herz und es hatte gerade zu schlagen aufgehört. sie sah genauer hin. "sein herz...!" dachte sie. "daran kann ich erkennen, ob er noch lebt. ob er sich erholt oder ob er verdurstet ist. ob das wasser ihn gerettet hat oder ob es zu heiß war."

aber das kleine herz des vogeljungen schlug nicht mehr und ob das wasser zu heiß oder ihre hilfe zu spät gekommen war ... das hat die frau nie herausgefunden.

 

hätte der kleine vogel überlebt, hätte sie sich im nächsten jahr an noch schöneren und duftenderen blumen in ihrem garten erfreut. so aber blieb es ein gemüsegarten. einzig dazu da sie zu ernähren.

27.11.09 01:44
 


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Smirks / Website (27.11.09 03:49)
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