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DER KARTON AN DER KASSE TEIL II

 als die frau bezahlt hatte, (ganz benommen war sie dabei gewesen und hatte überhaupt nicht verstanden, warum der kassierer den roten anstatt des grünen scheins verlangte,) fummelte sie hektisch das zerknüllte papier auseinander. viele der zerknitterten papierbögen waren mit dieser wohlbekannten, wenn auch zitternden unleserlichen schrift beschrieben und so kam sie nicht umhin, sich ein ruhigeres plätzchen zu suchen, fernab vom gewimmel an den supermarktkassen. ohne genau zu wissen wie, fand sie sich inden leicht abgedunkelten räumen eines nahezu leeren cafés wieder, wo sie die verbleibenden papierkugeln auffaltete und zu lesen begann. es gelang ihr nur schwer, denn die schrift war nicht nur unleserlich, es war auch vieles durchgestrichen und an anderer stelle neu oder so ähnlich wieder einzugefügt. zuguterletzt erschwerten zahlreiche wasserflecken auf dem papier und die schlechte beleuchtung im café das lesen. sie stand auch unter zeitdruck, weil ihr wieder eingefallen war, dass sie nicht allein in den supermarkt gekommen war. sie hatte sich nur schneller davon entmutigen lassen, dass man in dem riesigen laden ewig und letztenendes womöglich vergeblich danach suchte, was man sich zu kaufen vorgenommen hatte und war früher als ihre freunde zur kasse gegangen. angesichts der tatsache, dass sie dort lange gewartet hatte, war es also gut möglich, dass ihre freunde inzwischen auch in einer solchen schlange standen und bald nach ihr suchen würden, denn als treffpunkt war natürlich nicht das café, sondern das schneetreiben direkt vor den toren des konsumtempels vereinbart worden. und das auf den wunsch der frau hin, sie hatte nämlich darauf bestanden ausserhalb des grellen lichts und der stickigen luft aus tausend gerüchen und gestänken zu warten. nach ihrem aussergewöhnlichen fund aber, war sie so durcheinander, dass sie den weg zum ausgang vergessen hatte. und nun entzifferte sie also mit bis zum hals klopfenden herzen, was "ihr mann" für zu unwichtig befunden hatte, um es aufzubewahren.

  vieles stand auf den zetteln über sie und ihn, die zeit in der sie unglücklich gewesen waren und die zeit in der sie endlich glücklich miteinander wurden. daran war nichts neu für die frau, nur hatte sie all das niemals so wortgewaltig von ihm erfahren. neu war für die frau nur eines und es stand ganz unten und sehr klein, dafür aber umso ausführlicher:

5.1.10 20:58
 


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